Bei Ty Olson mutiger und strapaziöser Reise über 255 Meilen gefrorenen Landes geht es nicht nur darum, Geld zu sammeln, um unsere Lakota Freunde warm zu halten – es geht auch darum, ein Bewußtsein für das Land der Ureinwohner zu schaffen, das von so vielen verschiedenen Ureinwohnerstämmen gestohlen wurde.

Folgende Gedanken kamen Ty während er unterwegs war:

„An einem kalten Tag im Januar 1888 fiel mein Ur-Urgroßvater Samuel Olson von einem Baum und starb, als er dabei war, Feuerholz für die Familie zu besorgen. Er hinterließ eine Frau und vier Kinder allein in einer Blockhütte auf der offenen Prärie des östlichen Nord Dakotas. Dort bin auch ich aufgewachsen.

Meine ganze Familie ist von Norwegen in diese Gegend ausgewandert, die das Red River Valley (Tal des roten Flusses) genannt wird. Sie waren arme Bauern und auf der Suche nach Land in der Hoffnung, dass sie dort ein Leben, wie sie es gewohnt waren, fortsetzen könnten. Tatsächlich fanden sie schwarzes Gold in Form von einem der fruchtbarsten Böden in der Welt. Aber das Land war von jemand anderem gestohlen worden.

Nur ein paar Jahre vor der Ankunft meiner Familie im Jahr 1877, jagten dort noch Ojibwa und Dakota Büffel und anderes Wild, von dem sie abhängig waren. Nachdem den Ojibwa der Vertrag von Old Crossing im Jahr 1863 aufgezwungen wurde, wurde ihr Land zwischen gierigen Eisenbahngesellschaften und verzweifelten Siedlern aufgeteilt.

Tys Urgroßeltern    
 Landkarte Minnesota / Nord Dakota Siedlerpaar    

 

„Der Vertrag von Old Crossing wurde als einer der größten Landraube in der Geschichte dieses Kontinents bezeichnet. Aber er ist kein Einzelfall. Der Hunger der Euro-Amerikaner nach Land zwang den eingeborenen Nationen überall irreführende und betrügerische Verträge auf.

Wir können die heutige Armut der eingeborenen Völker nicht von dem ihnen gestohlenen Land trennen. Nachdem ihre angestammten Wirtschaftsformen zerstört worden waren, waren sie gezwungen, sich entweder zu assimilieren oder sich auf kleine, weit abgelegene Reservationen zurückzuziehen, wo keine ökonomische Entwicklung möglich war.

Ich bin stolz darauf, was meine Vorfahren geleistet haben. Ich verdanke alles ihrer Opferbereitschaft und ich kann spüren, dass sie mich auf dieser Reise begleiten. Aber ebenso verdanke ich mein Leben gestohlenem Land und mein Schicksal wird immer untrennbar mit dem meiner indianischen Nachbarn verwoben sein.

Wie kann ich mein Leben mit ihrem vergleichen und dabei nicht die massive Ungerechtigkeit sehen? Durch meine Reise kann ich nichts gutmachen, aber es ist ein Anfang. Wir müssen noch mehr erfahren, nur dann können wir anfangen zu begreifen, wie es weitergehen kann.“

 

Wir möchten Ty nochmals danken, nicht nur für seine unglaubliche Anstrengung, Geld für unser Holzprogramm zu sammeln, sondern auch dafür, dass er dabei hilft, ein Bewußtsein für die Geschichte des gestohlenen Landes der Vereinigten Staaten zu schaffen und für die allzu realen Konsequenzen, die diese geschichtlichen Ereignisse bis heute haben.

Sie können auf der Website https://www.skiforfire.com Tys Reise verfolgen und sich über seine Mission informieren (in englischer Sprache).


Wopila Tanka

 

 
 
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