Vor kurzem erreichte uns hier bei One Spirit Deutschland die traurige und völlig unerwartete Nachricht vom Tode eines unserer Mitglieder.

 

Barbara Kull 1968 - 2019


Barbara Kull war als Gründungsmitglied an der Geburt von One Spirit Deutschland im Jahr 2014 beteiligt. Sie war eine von 7 Personen, die die Vision hatten, aktiv die Lebensbedingungen der Lakota Indianer auf der Pine Ridge Reservation zu verbessern und ihre prekäre Lage hier in Deutschland bekannter zu machen.


Obwohl sie es selbst nicht einfach hatte im Leben und auch finanziell keine großen Sprünge machen konnte, verfolgte sie doch diese Vision mit großem Engagement. So nahm sie an den Veranstaltungen teil, bei denen One Spirit Deutschland mitwirkte, z. B. den Karl May Festtagen in Radebeul und den Borsdorfer Country- und Westerntagen und berichtete dort anschaulich und mit großer Leidenschaft von den Lakota, ihrer Kultur und den schwierigen Bedingungen, unter denen sie heute leben. Sie nahm dabei nicht nur die weite Anfahrt auf sich, sondern auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und stellte Preise für unsere Tombola zur Verfügung. Auch als sie die traurige Pflicht hatte, die Wohnung ihrer Mutter nach deren Tod aufzulösen, dachte sie an die Lakota und spendete einige Sachen für die Tombola. 
Barbara berichtete uns gelegentlich von der Unsicherheit, die sie als befristete Angestellte bzw. Zeitarbeiterin empfand. Trotz dieser wirtschaftlichen Schwierigkeiten versuchte sie, an den o. g. Aktivitäten teilzunehmen und spendete großzügig, wenn One Spirit um Unterstützung für wichtige Projekte bat.
Auch erstellte sie den Newsletter unseres Vereins und versorgte so Interessenten mit Neuigkeiten von Pine Ridge.
Ihr Engagement und der unbedingte Wille helfen zu wollen trotz der Hürden, die ihr eigenes Leben für sie bereithielt, haben unseren größten Respekt.

Privat fand Barbara Trost bei ihren Katzen, die sie liebevoll umsorgte. Auch ihr schamanischer Glaube gab ihr Kraft. So suchte sie gerne und oft den Ausgleich in der Natur. Sie interessierte sich sehr für andere Kulturen und Lebensweisen und hatte Spaß daran, in sie einzutauchen, indem sie zum Beispiel traditionell gewandet auf Mittelaltermärkten unterwegs war. Ihr Interesse und ihr Wille, andere Menschen, ihre Traditionen und ihren Glauben zu verstehen ging so weit, dass sie die Sprache der Lakota lernte. Eine Sprache, die nicht gerade leicht zu erfassen ist und die ihr Verständnis für dieses Volk noch verstärkte.

Die ganze One Spirit Familie in Deutschland und den USA ist dankbar, dass wir Barbara kennenlernen durften und sie ein Stück unseres Weges mit uns gegangen ist. Wir hatten geglaubt, dieser gemeinsame Weg wäre noch viel länger.

Wir werden sie als offene, vielseitig interessierte, engagierte und den Menschen zugewandte Person in Erinnerung behalten. Wir fühlen mit ihren Angehörigen und wünschen ihnen Kraft und innere Stärke für die nächste Zeit.

Möge sie Frieden finden, wo auch immer sie jetzt ist.

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