Bis zu 95% der Oglala Lakota in Pine Ridge sind arbeitslos und 97% leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Sie hängen jeden Monat vom „Ergänzenden Nahrungsmittel-Hilfsprogramm“ ab („Supplemental Nutrition Assistance Program“ = SNAP, umgangssprachlich die Versorgung über „Lebensmittelmarken“).

Ich erinnere mich, mal folgende Äußerung von einem Reporter gelesen zu haben: „Es gibt einen besonderen Ort in der Hölle, der für diejenigen reserviert ist, die den Hungrigen das Essen verweigern.“ Leider erinnere ich mich nicht an seinen oder ihren Namen, um ihm oder ihr für dieses Statement zu danken, aber ich stimme dieser Aussage voll und ganz zu.

Wir von One Spirit geben unser Bestes, um Parteipolitik zu vermeiden. Unsere wunderbare Gruppe von Unterstützern, die für die Oglala Lakota spenden und sich für sie engagieren, setzt sich aus Menschen zusammen, die vielerlei politische oder unpolitische Überzeugungen vertreten. 

Im Verteilzentrum

Vor diesem Hintergrund gehen wir mit einiger Besorgnis in das Jahr 2020, denn die derzeitige Bundesverwaltung hat eine radikale Reduzierung des Budgets für das Programm zur Unterstützung der Nahrungsmittelversorgung (Supplemental Nutrition Assistance Programm, SNAP), das umgangssprachlich als Lebensmittelmarken bezeichnet wird, vorgeschlagen. Die Bundesverwaltung plant, diesen Vorschlag zum 1. April dieses Jahres umzusetzen.

Indem jetzt eine erhöhte Anforderung auf zumindest eine Teilzeitbeschäftigung hinzugefügt wird, als Voraussetzung, die Lebensmittelmarken zu bekommen, wird geschätzt, dass bis zu drei Millionen Menschen ihre Berechtigung für SNAP (die Lebensmittelmarken) insgesamt verlieren. (Ironischerweise ist das die gleiche Zahl an Menschen, die das Programm im Jahr 2018 vor der Armut bewahrt hat.)

Der von Landwirtschaftsminister Sonny Perdue, dem Hühnerbaron, genannte Grund für diese Änderung besteht darin, dass die Wirtschaft (im Allgemeinen) besser läuft, dadurch mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und daher Arbeitslose, Unterbeschäftigte und Teilzeitbeschäftigte nun härter arbeiten sollten. Wenn man diesen Menschen SNAP (die Lebensmittelmarken) verweigert, könnte man sie in diese Richtung lenken.

Die Umsetzung dieser Planung wird die in den Reservaten lebenden amerikanischen Ureinwohner und insbesondere die Oglala Lakota von Pine Ridge überproportional betreffen. Einer der umstrittenen Aspekte dieses Vorhabens ist, dass die Arbeitslosigkeit auf Pine Ridge praktisch chronisch ist und schon seit Jahren zwischen 85 und 95% liegt. Im Reservat gibt es einfach nur sehr wenige gut bezahlte Jobs, weshalb eben bis zu 97% der Lakota unterhalb der staatlichen Armutsgrenze leben. Daher werden die vorgeschlagenen Änderungen die Lakota sehr schwer treffen.

Holzlieferung

Der Verein One Spirit hat die feste Überzeugung, dass wir da sind, um den Oglala Lakota zu helfen, auf ihrem angestammten Land zu leben, ihre einzigartige Kultur zu bewahren, Ernährungsdefizite zu lindern und kulturelle Programme zu unterstützen. Soweit unser Budget es hergibt wollen wir helfen, Wege und Möglichkeiten zu finden, wie die Lakota wieder stolz auf ihre eigene Arbeit und ihre Selbstversorgung sein können.

Wir können zwar im Moment nicht mehr tun, als eine Petition an die Regierung richten, um die Situation zu überdenken (und darüber abzustimmen), aber inzwischen hat Jeri begonnen, zusammen mit Bamm, Jennifer und dem One Spirit-Team einige präventive Ideen zu entwickeln. Diese Ideen könnten uns helfen, zumindest einige der Folgen zu mildern, die die Einschnitte beim SNAP-Programm (d.h. die Reduzierungen bzw. den Wegfall der Ausgabe der Lebensmittelmarken) ab dem 1. April mit sich bringen.

Wir möchten Sie, unsere treuen Unterstützer, hiermit ebenfalls ermutigen, uns auch Ihre eigenen Vorschläge und interessanten Ideen mitzuteilen, die wir noch umsetzen könnten, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Und ebenfalls bitten wir Sie für die nächste Zeit um eine zusätzliche finanzielle Unterstützung, wenn wir demnächst einige unserer Kernprogramme erweitern wollen und müssen.

Essensverteilung

Ganz kurz: hier einige der neuen Ideen in der engeren Auswahl:

Bamm hat eine sehr gute Idee, wie man das Büffelschlachthaus noch auf andere Weise nutzen kann: Wenn dort Büffel verarbeitet werden, könnte man die Felle aufheben, um sie nach althergebrachter Weise mit dem Hirn der Tiere zu gerben. Damit würden Arbeitsplätze für Fachkräfte entstehen, und durch den Verkauf der Häute und Felle würden zusätzliche Einnahmen entstehen. Der Verkaufserlös könnte dann für den Einkauf zusätzlicher Lebensmittel verwendet werden, die dann in den neuen Lebensmittel-Stützpunkten zur Verfügung stehen und zur Lieferung an Bedürftige verwendet würden.
Dies könnte auch zu einer Erweiterung der allgemeinen Geschäftstätigkeiten am und im Büffelschlachthaus führen, was wiederum mehr Beschäftigung, mehr Einnahmen und mehr gesundes Fleisch (was dann verteilt werden kann) zur Folge hätte. Daher ist die Idee von Bamm wirklich großartig und wird dazu beitragen, den Lebensmittelverlust durch die Kürzungen der Lebensmittelmarken auszugleichen.

Bei unserem ursprünglichen Verteilungsprogramm für die Lebensmittelboxen könnten wir die Anzahl der monatlichen Boxen z. B. um weitere 100 Stück erhöhen, vorausgesetzt natürlich, dass wir dafür auch zusätzliche Spenden erhalten. Diese Erhöhung der Stückzahl an Lebensmittelboxen würde auch dazu beitragen, den Verlust von Lebensmittelmarken für die Lakota auszugleichen, die keine Beschäftigung finden (denn die Arbeitslosenquote liegt bei 85-95%).

Mit zusätzlichen Spenden könnten wir auch den Nahrungsmittelbestand und die Auswahl in den Lebensmittel-Vorratslagern verbessern. Ebenso würden uns zusätzliche Gelder bei der Finanzierung der von uns unterstützten Programme zur Essensversorgung helfen. Dazu gehören das Manderson-Mahlzeiten-Programm, Goldie's "Essen auf Rädern", die Rosebud-Suppenküche und die von Jennifer im Allen Youth / Community Center angebotenen Gemeinschaftsessen.

Wir planen auch, die Gartenbauprogramme auf der Reservation zu erweitern, damit die Lakota mehr von ihren eigenen Nahrungsmitteln anbauen können, was wiederum ebenfalls die Verluste aus den Änderungen im Lebensmittelmarken-Programm ausgleichen soll.

All dies sind positive, unpolitische und vorbeugende Maßnahmen, mit denen One Spirit den Oglala Lakota helfen will, diese neue Herausforderung zu meistern. Diese stolzen Menschen wollen daran arbeiten, ihr Wohlergehen und ihr stolzes kulturelles Erbe voranzubringen. Angesichts der zunehmenden Armut und Arbeitslosigkeit im Reservat sind sie bereit, ihreAnstrengungen dafür zu verstärken.

Alles was sie dazu brauchen ist unsere Hilfe.

 
Jim Drevescraft
Freiwilliger Autor

 

 

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