Auslieferung Brennholz

Anmerkung: Teile dieses Artikels sind bereits früher erschienen, wurden jedoch aktualisiert, um die gegenwärtige schlimme Situation zu reflektieren, die durch das zusätzliche Auftreten von Corona zu den anderen Problemen der Oglala Lakota entstanden ist.

 

Der Winter in den südwestlich gelegenen Landkreisen von Süddakota besteht aus einer unbarmherzigen Serie heulender Winde, Blizzards und extremer Kälte.

Direkt im Fadenkreuz dieses Wetters liegt die Pine Ridge Reservation, die Heimat der Oglala Lakota. Die Lakota sind Opfer eines langsamen Völkermords, der mit dem Diebstahl ihres heiligen Landes in den Black Hills begann und schließlich zur Verbannung in das schlechteste Stück Land ihres traditionellen Gebietes führte, wo sie heute ums Überleben kämpfen.

 

Winter

 

Die Lakota sind ein stolzes Volk, dass bemüht ist, seine traditionelle Kultur am Leben zu erhalten und auf seinem eigenen Land zu leben. Leider liegt die Arbeitslosenquote bei 85 – 95%, da sie nur wenig Unterstützung von der Regierung erhalten; sie haben ein durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 3.000 Dollar (ca. 2.600 €) im Jahr, die höchste Kindersterblichkeit in ganz Nordamerika und prozentual gesehen doppelt so viele Herzkrankheiten wie im Landesdurchschnitt. 39% der Häuser haben keinen Strom, 60% sind schlecht isoliert und haben keinen vernünftigen Wasser- und Abwasseranschluß.

Die durchschnittliche Lebenserwartung (48 Jahre für Männer, 52 Jahre für Frauen) wird in der westlichen Hemisphäre nur von Haiti unterboten. Krankheiten, Drogenmißbrauch und Alkoholismus verfolgen die Lakota, während sie um ein vernünftiges Maß an Ernährung, Gesundheit und sozialem Wohlergehen kämpfen.

Es gibt noch viele weitere Statistiken, aus denen die Misere dieser amerikanischen Bürger in Bezug auf Gesundheit, Ernährung und menschliche Grundbedürfnisse hervorgeht. Es ist eine nationale Schande, dass diese Bürger immer noch so viel Mangel leiden müssen. Weitere Informationen gibt es hier (in englisch): http://www.4aihf.org/id40.html.

One Spirit wurde gegründet, um mit den Oglala Lakota in Freundschaft zusammenzuarbeiten und diesen gottverlassenen Menschen zu helfen, sich in jeder Hinsicht weiterzuentwickeln, wobei ihre traditionellen kulturellen Werte stets respektiert und gefördert werden. Ihre wichtigsten Werte sind Großzügigkeit, Respekt, Mut und Weisheit, die sich in der tiefen Verbundenheit ausdrücken, die sie füreinander empfinden.

One Spirit begann damit, die Menschen in Pine Ridge mit gesünderer Nahrung zu versorgen und normalerweise stellen wir so viele Lebensmittel, wie unser Budget erlaubt, für 5.000 – 6.000 Menschen jeden Monat zur Verfügung. Mit der Hilfe anderer Gruppen haben wir es während der Pandemie sogar geschafft, 20.000 Menschen zu versorgen (Anmerkung: bei geschätzten 40.000 Einwohnern insgesamt). Weiterhin unterstützen wir verschiedene kulturelle und sportliche Veranstaltungen, das Jugend- und Gemeinschaftszentrum in Allen sowie unser Schlachthaus für die traditionelle Fleischversorgung. Die Arbeiten an der Einrichtung eines landwirtschaftlichen Campus in Kyle werden auch fortgeführt.

Seit 2013 haben wir ein Holzprogramm entwickelt, um die ca. 2.619 Häuser (von insgesamt 5.237 auf der Reservation) zu versorgen, die in den harten Wintern nur mit Holz heizen können. In jedem Winter erfrieren ältere Personen aufgrund fehlender Einrichtungen zum Heizen.

 

Holzladung vor dem Haus Laden des Pick-ups
Beladung mit Holz Schornstein

 

In einigen Häusern auf der Reservation gibt es nur tragbare elektrische Heizer (vorausgesetzt, es gibt im Haus überhaupt Strom. Diese Methode überlastet jedoch oft das Stromnetz, wodurch teilweise Feuer entstehen) oder die Menschen müssen Öfen benutzen, um die Räume zu heizen. Viele der Holzöfen haben einen schlechten Wirkungsgrad und verfügen über unzureichende Schornsteine und Belüftung. Daher sind die Häuser oft schlecht beheizt und im Winter kommt es immer wieder vor, dass Häuser niederbrennen. Es gibt in Pine Ridge keine offizielle Feuerwehr, was bedeutet, dass Hilfe von außerhalb kommen muß, was teilweise mehrere Stunden dauern kann. Die Feuerwehr des Büros für Indianerangelegenheit auf der Reservation darf lt. Gesetz bei Hausbränden nicht eingreifen, sondern nur bei Prärie- und Waldbränden.

Dies veranlasste One Spirit dazu, über ein Begleitprogramm zum Holzprogramm nachzudenken, mit dessen Hilfe die Mittel für die Anschaffung moderner, sicherer Holzöfen und Anlagen zur besseren und sichereren Nutzung des von uns bereitgestellten Brennstoffs gefunden werden können. Das ist mit einem höheren finanziellen Aufwand für die Öfen sowie mit einer fachgerechten Installation und Wartung verbunden.

Ein weiterer laufender Bedarf besteht an Ausrüstung zur Verarbeitung des Holzes, das wir durch Ankauf und Spenden beschaffen können (z. B. spendet die Firma Neiman Enterprises Altholz aus ihrer Anlage in Spearfish, S.D.). Hierzu gehören Motorsägen, Holzspalter, Sicherheitsausrüstung, Wartung der Fahrzeuge, mit denen das Holz verteilt wird sowie eine kleine Entschädigung für die Stammesmitglieder, die das Holz an die Menschen verteilen.

 

Holzofen

 

Wir schätzen, dass die Häuser, in denen nur mit Holz geheizt wird, 10 Ladungen (ca. 1,8 m³ pro Ladung) benötigen, um durch die harten Winter auf der Reservation zu kommen. Das sind in der Summe mehr als 26.000 Pick-up-Ladungen.

In der Vergangenheit konnte One Spirit aufgrund von Haushaltsbeschränkungen nur etwa die Hälfte dieses Volumens liefern, was bedeutet, dass wir gezwungen sind, uns auszusuchen und zu entscheiden, wann wir liefern, wenn sich die Wetterbedingungen ändern, z. B. wenn ein großer Wintersturm droht, starke Winde an den schlecht isolierten Häusern rütteln oder wenn die älteren Menschen nicht genug Holz haben, um eine schwierige Zeit zu überstehen.

In Häusern, deren Bewohner kein Holz mehr hatten, wurde Kleidung verbrannt, um etwas Wärme zu erhalten, daher ist es für uns wichtig, das Holzprogramm fortzuführen und auch auszubauen.

 

Aufgrund der erheblichen Mehrkosten, die durch die Pandemie (die in South Dakota immer mehr zunimmt) für die Versorgung vieler weiterer Haushalte mit gesunden Lebensmitteln entstehen, ist unser Budget in diesem Jahr im Grunde völlig überzogen. Mit Beginn des Herbsts und der fallenden Temperaturen haben wir einfach keine Mittel mehr, das Holzprogramm ordentlich weiterzuführen. Da etwa 2.619 Häuser auf der Reservation auf Holz angewiesen sind, würde es etwa 2.180 Dollar (ca. 1.860 €) pro Haus kosten, zehn Ladungen Holz zu liefern, was dem geschätzten Bedarf entspricht, um die Leute durch den Winter zu bringen. Dies verstärkt eindeutig den dringenden Bedarf an weiteren Spenden, die für das Holzprogramm und sein Begleitprogramm, das Holzofenprogramm, vorgesehen sind.

Wenn wir mehr Spenden sammeln können, werden wir besser in der Lage sein, zumindest teilweise den Lakota dabei zu helfen, die kalten Wintertemperaturen zu überleben.

Unsere Spenderbasis, die wie einige Wohltätigkeitsorganisationen sehr engagiert und großzügig, wenn nicht gar die größte ist, tut alles in ihrer Macht Stehende, um unsere laufenden, steigenden Kosten zu decken, aber zusätzliche Mittel würden One Spirit eindeutig dabei helfen, große Fortschritte zu machen, damit die Oglala Lakota diesen Winter und in allen kommenden Wintern warm und besser ernährt bleiben. Unser Erfolg zeigt uns immer wieder, wieviel noch getan werden muß.

Es ist erwähnenswert, dass wir, wie bei allen One Spirit Programmen bestrebt sind, den Lakota die Mittel zur Verfügung zu stellen, aber sie leisten die harte Arbeit der Verarbeitung und Verteilung der Nahrungsmittel sowie des Brennholzes und helfen damit ihren Lakota Brüdern und Schwestern. Kurz gesagt, wir geben ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, was nach unserer Meinung der beste Weg ist, die traditionellen Werte dieser stolzen Leute zu unterstützen, die dieselben Möglichkeiten haben sollten, wie der Rest der Bürger der Vereinigten Staaten. In Abwesenheit einer spürbaren Unterstützung durch die Regierung obliegt es Organisationen wie One Spirit zu verhindern, dass diese menschliche Tragödie in alle Ewigkeit weitergeht.

 

Bamm mit Ofen

 

Wenn Sie sich dazu entschließen können, eine extra Spende für das Holzprogramm zu machen, werden wir sie sofort verwenden können, da der Winter vor der Tür steht. Mir ist klar, dass Sie in diesem Wahljahr immer wieder gebeten werden, sich "einzubringen".

Mit Ihrer Spende für das Holzprogramm können Sie nichts falsch machen; sie treffen die richtige Wahl!


Pilamaya!

 

Verfaßt von Von Jim Drevescraft, Freiwilliger

 

 
 
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