Die Naturbühne in Elspe ist in diesem Jahr Kulisse für eine der großen Geschichten über Verrat und Freundschaft, mit der viele von uns aufgewachsen sind: Winnetou I. Erinnern Sie sich noch an Klekih-petra, Intschu-tschuna, Nscho-tschi und den bösen Santer? An den Berg voller Goldnuggets, wilde Verfolgungsritte und den Beginn der Freundschaft von Winnetou und Old Shatterhand?
An zwei Wochenenden im Juli durfte auch One Spirit Teil des Abenteuers sein. Während große und kleine Besucher einen spannenden Tag bei den verschiedenen Shows genossen, war unser Team ebenfalls voll in Aktion. An unserem Stand boten wir wieder Schmuck aus dem Pine Ridge Reservat, Pfeile, Federn sowie T-Shirts, Tassen und Taschen mit bekannten und neuen Motiven der Lakota-Künstler Merle Locke und Joe Pulliam zum Verkauf an, um mit dem Erlös unsere Projekte im Reservat zu unterstützen. Der Andrang am Stand war groß. Viele bleiben stehen, um zu stöbern, in unseren Infomaterialien zu blättern und Fragen zu stellen.
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| Monika, Doris und Jean-Marc an unserem Stand | Unser Angebot |
Während die Kinder an unserem Quiz über indianische Behausungen herumknobelten, kamen wir mit den Eltern ins Gespräch. Wir berichteten über die Arbeit von One Spirit, über die schwierigen Bedingungen im Reservat, aber auch über den starken Willen zur Veränderung, der das Leben der Lakota prägt. Besonders glücklich waren wir, dass erneut One Spirit-Gründerin Jeri Baker und zwei ihrer Familienmitglieder vor Ort waren. Jeri kennt die Situation im Reservat seit über 20 Jahren und setzt sich unermüdlich für Verbesserung ein. Zahlreiche Besucher und Besucherinnen nutzten die Chance zu einem direkten Austausch mit ihr.
Häufig kreisten die Fragen an diesen beiden Wochenenden um die katastrophale Lebensmittelversorgung in Pine Ridge: welche Programme hat One Spirit, wie genau helfen wir? Dabei wurde immer wieder positiv bewertet, dass wir die Initiative den Menschen vor Ort überlassen, die uns sagen, welche Veränderungen sie sich wünschen und wie wir helfen können. Auch die Jugendarbeit am Beispiel des Jugendzentrums in Allen und der Ferienfreizeiten sowie die Ausbildungsprogramme stießen auf großes Interesse.
Jeri und ihre Familie waren begeistert von der Hauptshow auf der großen Bühne, die mit gut geschriebenen Dialogen, Pferden, Stunts und (natürlich!) vielen Explosionen alle Erwartungen erfüllte. Zum ersten Mal wurde die Handlung dabei in einen erzählerischen Rahmen eingebettet, der den fiktionalen Charakter von Karl Mays Romanen deutlich macht. Zu Beginn erhebt sich das Arbeitszimmer des Autors aus dem Boden und Karl May erzählt, an seinem Schreibtisch sitzend, warum er seine Bücher schreibt. Am Ende des Stücks sieht man dann eine Nachbildung seines Grabs in Radebeul und Winnetou und Old Shatterhand geben einen Ausblick auf das Stück des kommenden Jahres.
Diese wichtige Veränderung zeugt von einem wachsenden Respekt indigenen Menschen gegenüber, über die wir heute durch Reisen und soziale Medien viel leichter etwas erfahren können als es Karl May jemals möglich war. Seine Romane werden somit eingeordnet als das, was sie sind: Ausdruck eines phantasievollen Geistes, der zwar mit einem Gutteil Selbstverliebtheit, aber auch mit einem hohen Maß an Offenheit und Interesse an anderen Kulturen die Abenteuer seiner Figuren niederschrieb. Karl Mays Geschichten sind nicht real, aber die vielen indigenen Menschen unserer Welt sind es und damit ihre Kulturen und Traditionen, ihre Schwierigkeiten, aber auch ihr Mut und Ideenreichtum auf dem Weg in die Zukunft.
Diese Einordnung auf der Bühne spiegelt auch die Realität der Arbeit von One Spirit. Im Stück gehen zwei Charaktere aus völlig unterschiedlichen Lebenswelten eine intensive Freundschaft ein; im echten Leben stehen auch wir mit unserer Arbeit den Lakota im Pine Ridge Reservat freundschaftlich zur Seite. Dass wir dabei auf die Hilfe des Elspe-Teams zählen dürfen, freut uns besonders!
Ein ganz herzlicher Dank geht darum an “Winnetou” Jean-Marc Birkholz und an Michael Rofeld aus dem Management der Naturbühne. Dank eurer Unterstützung (Autogramme auf One Spirit-Postkarten schreiben, Quizbögen kopieren, Kisten ins Lager tragen…) können wir sagen: Elspe war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg!
Wir möchten uns auch bei allen Besucher*innen, Interessent*innen und langjährigen Begleiter*innen bedanken. Sie alle sind unser eigener Nugget-Tsil: nicht, weil Sie immer wieder auf unsere Spendenaufrufe reagieren, sondern weil Ihr Interesse, Ihre Anteilnahme und Ihre Hilfsbereitschaft Gold wert sind.
Wópila! Danke!
So war das Elspe Festival für Jeri Baker und Ihre Familie:
Elspe Festival - Eindrücke von Jeri Baker und Familie







